Beim Berufsfeuerwehrtag verbringt eure Jugendfeuerwehr einen Tag, oft auch eine Nacht, wie auf einer Berufsfeuerwehr-Wache. Es gibt Wachalltag, Fahrzeugpflege und immer wieder Alarm zu vorbereiteten Übungseinsätzen.
Damit der Tag für alle sicher wird und Spaß macht, braucht es gute Vorbereitung. Diese Übersicht hilft euch, nichts zu vergessen.
WichtigDiese Seite ist eine Orientierung aus der Praxis und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Vorgaben eurer Unfallkasse, eures Trägers, eurer Kreisjugendfeuerwehr und eurer Wehrführung.
01
Vorbereitung
Etwa drei Monate bis vier Wochen vorher
Absprachen
- Wehrführung und Träger frühzeitig einbinden und den BF-Tag als offizielle Veranstaltung der Jugendfeuerwehr genehmigen lassen.
- Versicherungsschutz klären: Über die Feuerwehr-Unfallkasse sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr versichert, wenn die Veranstaltung im Verantwortungsbereich der Feuerwehr liegt. Freizeit und Nachtruhe zählen in der Regel nicht dazu.
- Termin, Wache und Fahrzeuge mit der Einsatzabteilung abstimmen. Was passiert, wenn währenddessen ein echter Einsatz kommt?
- Kreisjugendfeuerwehr informieren, falls dort Regeln oder Hilfen für BF-Tage bestehen.
Team und Aufsicht
- Genug Betreuerinnen und Betreuer einplanen, auch für die Nacht und für Pausen. Bei gemischten Gruppen möglichst gemischte Betreuerteams.
- Mindestens eine ausgebildete Ersthelferin oder ein Ersthelfer sollte bei jedem Dienst anwesend sein, so empfehlen es die Unfallkassen.
- Rollen festlegen: Leitstelle, Übungsleitung, Einsatzstellen, Verpflegung, Sanitätsdienst.
- Führungszeugnisse der Betreuenden nach den Vorgaben eures Trägers prüfen. Gerade bei Übernachtungen verlangen viele Träger das.
Eltern
- Elternbrief mit Ablauf, Abhol- und Bringzeiten, Packliste und Notfallnummer verschicken.
- Einverständniserklärung einholen: Teilnahme, Übernachtung, Fotos und Veröffentlichung.
- Gesundheitsangaben abfragen: Allergien, Medikamente, Unverträglichkeiten, Schwimmfähigkeit. Diese Daten vertraulich behandeln und danach vernichten.
- Ob es einen Nachtalarm gibt, vorher ankündigen. Überraschungen ja, aber nicht für die Eltern.
Umfeld informieren
- Integrierte Leitstelle und Polizei über Übungen mit Rauch, Fahrzeugen im Ortsbild oder Personensuche informieren, damit keine echten Notrufe ausgelöst werden.
- Nachbarn und Grundstückseigentümer der Übungsorte vorab ansprechen und Genehmigungen einholen.
- Gebäude und Gelände für Übungen nur nutzen, wenn es erlaubt und vorher auf Gefahren geprüft ist.
02
Einsätze planen
Szenarien, Material und Darsteller
Gute Szenarien
- Altersgerecht und abwechslungsreich: Brand, Hilfeleistung, Tier in Not, Personensuche und Erste Hilfe mischen.
- Zeitlich verteilen mit Pausen, Essen und ruhigen Phasen. Lieber weniger, dafür gut vorbereitete Einsätze.
- Darsteller mit Rollenkarte briefen, Verletzungen realistisch, aber nicht verstörend schminken.
- Für jede Einsatzstelle eine erfahrene Einsatzkraft als Übungsleitung und Ansprechpartner einteilen.
Was nicht erlaubt ist
- Keine Teilnahme an echten Einsätzen. Kinder und Jugendliche dürfen nicht mit zu Feuerwehreinsätzen.
- Keine echten Atemschutzgeräte, nur Attrappen ohne Atemwiderstand.
- Keine gefährlichen Geräte wie Motorsäge, Rettungsschere oder Hebezeuge und keine Spezial-Schutzanzüge.
- Keine Übungen zur Selbstrettung aus der Höhe.
- Keine Fahrten mit Blaulicht und Martinshorn. Sonderrechte gelten nur für echte Notfälle, auch beim BF-Tag fahrt ihr nach normaler Straßenverkehrsordnung.
Sicherheit an der Einsatzstelle
- Mitwirken nur außerhalb des Gefahrenbereichs und unter Aufsicht erfahrener Einsatzkräfte.
- Vollständige Schutzkleidung nach Vorschrift bei jeder praktischen Übung.
- Strahlrohrdruck an Alter und Kraft der Jugendlichen anpassen.
- Kurze Sicherheitsunterweisung am Morgen: Verhalten auf dem Fahrzeug, an der Einsatzstelle und im Straßenverkehr.
Material
- Übungspuppen, Verletztendarstellung, Absperrmaterial, Funkgeräte nach Absprache.
- Nebelmaschine nur dort, wo Leitstelle und Nachbarn Bescheid wissen.
- Pro Einsatz eine kurze Szenario-Karte mit Lage, Material und Ablauf.
- Ersatzkleidung für nasse Übungen.
03
Technik und Leitstelle
Damit die Alarmierung klappt
Aufbau
- Leitstellenplatz für die Betreuer mit Windows-PC und zwei Monitoren.
- Alarmmonitor als Bildschirm oder Fernseher dort, wo die Jugendlichen warten, zum Beispiel im Aufenthaltsraum oder in der Fahrzeughalle.
- Lautsprecher für Alarmton und Durchsage, laut genug für den ganzen Raum.
- Internet für die Karte, alternativ Hotspot.
Vorbereitung mit ELSjugend
- Wachen, Fahrzeuge, Wappen und Alarmtöne am Vortag einrichten.
- Einsätze vorab anlegen und erst am Tag alarmieren.
- Probealarm durchführen: Ton, Durchsage und Karte prüfen.
- Einen Plan B bereithalten, falls die Technik ausfällt, zum Beispiel ausgedruckte Alarmzettel.
04
Am Tag selbst
Vom Dienstbeginn bis zur Nachtruhe
Dienstbeginn
- Antreten und Wacheinteilung: Wer fährt auf welchem Fahrzeug, wer hat welche Funktion?
- Fahrzeugübernahme wie auf einer echten Wache, mit Kontrolle von Ausrüstung und Funk.
- Sicherheitsunterweisung und Erklärung des Alarmablaufs.
Zwischen den Einsätzen
- Feste Essens- und Trinkpausen einplanen, ausreichend Getränke bereithalten.
- Wachalltag ausfüllen mit Gerätekunde, Sport und Fahrzeugpflege.
- Auf Wetter achten: Sonnenschutz, Regen, bei Gewitter Übungen im Freien abbrechen.
- Bei Lebensmitteln auf Hygiene und Kühlung achten, leicht verderbliche Speisen meiden.
05
Nacht
Übernachtung und Nachtalarm
Übernachtung
- Feste Nachtruhe vereinbaren, möglichst getrennte Schlafbereiche nach Geschlecht, Betreuende in der Nähe.
- Nachtwache der Betreuenden einteilen und Fluchtwege freihalten.
- Die Nachtruhe gehört zum persönlichen Bereich und ist nach Auskunft der Unfallkassen in der Regel nicht versichert. Umso wichtiger sind klare Regeln.
Nachtalarm
- Höchstens einen, gut vorbereiteten Nachtalarm mit einfachem Szenario.
- Vorher Licht, Wege und Kleidung bereitlegen, damit niemand stolpert.
- Danach genug Zeit zum Weiterschlafen lassen.
06
Nachbereitung
Abschluss und Rückblick
Abschluss
- Abschlussrunde mit den Jugendlichen: Was war spannend, was war zu viel?
- Fahrzeuge, Material und Räume wieder einsatzbereit übergeben.
- Unfälle und Verletzungen dokumentieren und melden, auch kleine.
Danach
- Fotos nur mit Einwilligung veröffentlichen, Gesundheitsdaten der Eltern vernichten.
- Dankeschön an Darsteller, Einsatzabteilung, Nachbarn und Unterstützer.
- Nachbesprechung im Betreuerteam und Notizen für das nächste Jahr.
Alarmierung wie bei den Profis
ELSjugend übernimmt Leitstelle und Alarmmonitor für euren BF-Tag: Einsätze vorab anlegen, auf Knopfdruck alarmieren, Durchsage und Karte inklusive.